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Wenn eine kleine Position wie Diversifikation aussieht - Eine Fallstudie aus den digitalen Assets

21Nexus

07.10.2026 · 10:01 Uhr

 

Was eine neue Strategie über die Verkleinerung einer bestehenden Position hinaus beiträgt

Begleitender Fachbeitrag zum Newsletter „Portfoliothese“: Wie man prüft, ob eine neue Strategie ein Portfolio diversifiziert · Oktober 2026


TEIL A · FÜR DIE PRAXIS

Das Problem

Wer eine neue Strategie in ein Depot aufnimmt, muss dafür etwas anderes verkleinern. Wird das Ergebnis dann mit dem Depot von vorher verglichen, bekommt die neue Strategie auch die Wirkung gutgeschrieben, die allein aus der kleineren Altposition entsteht. Wie groß dieser Anteil sein kann, zeigt ein Beispiel aus den digitalen Assets, in dem der Unterschied besonders deutlich ausfällt.

Ausgangspunkt ist ein Depot, das vollständig in Bitcoin investiert ist. Eine Ende Dezember 2021 gekaufte Bitcoin-Position stand Ende Juni 2026 mit 26,7 Prozent im Plus; am tiefsten Monatsendstand dazwischen lag die Anlage 64,2 Prozent im Minus. Untersucht wird, was sich ändert, wenn die Hälfte umgeschichtet wird: in unverzinste Kasse, in eine verzinste Geldmarktreferenz, in jeweils eine von drei defensiven Strategien, in eine Zusammenstellung dieser drei zu gleichen Teilen, im Folgenden kombinierter Baustein genannt, oder, als Gegenprobe, in einen Korb anderer Kryptowährungen. Alle Portfolios werden einmal im Jahr, jeweils zum Jahresende, auf je 50 Prozent rebalanciert, der kombinierte Baustein zum selben Stichtag auch intern auf je ein Drittel; dazwischen verändern sich die Gewichte mit den Kursen. Der Zeitraum umfasst 54 Monate und damit im Wesentlichen einen einzigen Marktzyklus. Der Startpunkt liegt wenige Wochen nach dem damaligen Höchststand von Bitcoin im November 2021 und damit am Beginn eines schweren Einbruchs. Der Vergleich mit dem Ausgangsdepot aus reinem Bitcoin wird dadurch wesentlich von dieser Verlustphase geprägt.

Vier Befunde

  1. Der niedrigere beobachtete Max Drawdown kommt fast vollständig aus der kleineren Bitcoin-Position.

Der Max Drawdown sank von 64,2 Prozent bei reinem Bitcoin auf 32,1 Prozent mit unverzinster Kasse und 31,3 Prozent mit der Geldmarktreferenz. Das Portfolio mit dem kombinierten Baustein kam auf 30,6 Prozent, also kaum tiefer als die schlichte Halbierung. Von den einzelnen Strategien senkte nur die Stablecoin-Strategie den Max Drawdown deutlich weiter, auf 25,5 Prozent. Mit der DeFi-Strategie lag er bei 33,0 Prozent, mit dem marktneutralen Digital-Asset-Index bei 33,5 Prozent, beide Male höher als mit Kasse. Rückblickend hätte das Portfolio mit Stablecoin-Income allein bei Wertentwicklung und Max Drawdown besser abgeschnitten als das Portfolio mit dem kombinierten Baustein. Diese Auswahl kennt man vorab aber nicht; der kombinierte Baustein verteilt das Gewicht auf drei Ertragsquellen und senkt damit die Abhängigkeit von einer einzelnen.

  1. Die höhere Wertentwicklung lässt sich nicht einfach als Diversifikationserfolg lesen.

Mit dem kombinierten Baustein betrug die Wertentwicklung über den Zeitraum plus 91,4 Prozent, mit der verzinsten Halbierung plus 69,1 Prozent. Ohne Rebalancing wären beide Ergebnisse um mehr als die Hälfte niedriger ausgefallen: bei der verzinsten Halbierung plus 23,3 Prozent, weniger als mit reinem Bitcoin, beim Portfolio mit dem kombinierten Baustein plus 43,9 Prozent. Der erste Stichtag, Ende Dezember 2022, fiel auf den tiefsten Monatsendstand von Bitcoin, und das Rebalancing kaufte dort nach. Das ist eine Eigenschaft dieses Verlaufs und dieses Stichtags, keine allgemeine Regel: Je nach Kalendermonat des Rebalancings wäre das Portfolio mit dem kombinierten Baustein auf plus 56,9 bis plus 91,4 Prozent gekommen.

Der Abstand zwischen dem Portfolio mit dem kombinierten Baustein und der verzinsten Halbierung beträgt 22,2 Prozentpunkte und spiegelt das höhere historische Ertragsniveau der defensiven Strategien wider. Er reagiert stark auf das Ertragsniveau der zwei ausgewählten Income-Strategien: Setzt man deren Mehrertrag über den Geldmarkt rechnerisch auf null, schrumpft sein jährlicher Renditevorsprung gegenüber der verzinsten Halbierung um 78 Prozent. Der Rest entfällt fast vollständig auf den marktneutralen Digital-Asset-Index.

  1. Im FTX-Stress verloren zwei unterschiedlich konstruierte Bausteine gleichzeitig.

Im Monat des FTX-Zusammenbruchs verloren die DeFi-Strategie 4,8 Prozent und der marktneutrale Digital-Asset-Index 4,6 Prozent, jeweils ein Mehrfaches ihrer üblichen Monatsschwankung. Nur die Stablecoin-Strategie lag im Plus. Mehrere Strategien bedeuten also nicht automatisch mehrere unabhängige Risiken. Ob hinter den gemeinsamen Verlusten ein gemeinsamer Risikofaktor steht, lässt sich mit drei Krisen in 54 Monaten allerdings weder belegen noch widerlegen.

  1. Glatte Renditereihen und Monatswerte zeigen weniger Risiko, als vorhanden sein kann.

Die Stablecoin-Strategie lag in allen 54 Monaten im Plus. Ihre Monatsrenditen hängen zudem stark mit denen des Vormonats zusammen. Ein solches Muster kann bei geglätteten Bewertungen auftreten, die eine geringere Schwankung ausweisen als ungeglättete. Für sich genommen belegt es jedoch keine Glättung. Ihr Ertragsaufschlag gegenüber dem Geldmarkt lässt sich ökonomisch als Vergütung für zusätzliche Risiken verstehen, etwa Gegenpartei-, Kredit-, Verwahr- und Protokollrisiken. Eine ruhige Renditehistorie belegt deshalb nicht, dass diese Risiken gering sind, sondern nur, dass sie sich in den Monatsrenditen des untersuchten Zeitraums nicht gezeigt haben. Hinzu kommt die Datenfrequenz, denn Monatswerte können Rückgänge nur unterschätzen. Beim Altcoin-Index, für den Tageswerte vorliegen, lag der Kurs in 36 von 54 Monaten zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent unter dem Vormonatsende, und zehn dieser Monate schlossen trotzdem im Plus. Für die drei defensiven Strategien liegen in den für diese Untersuchung verwendeten Daten keine Tageswerte vor.

Was das für Ihre Praxis bedeutet

Aus den Befunden ergeben sich drei Fragen, die für jede Anlageklasse gelten, für den Hedgefonds im Aktiendepot ebenso wie für den Absolute-Return-Fonds oder die Beimischung von Private Debt.

  1. Gegen welche realistische Alternative wird die neue Strategie verglichen?

Zeigt Ihnen ein Anbieter, dass seine Strategie den Verlust eines Depots deutlich begrenzt hätte, lohnt die Gegenfrage, was dieselbe Umschichtung in den Geldmarkt geleistet hätte. Fragen Sie außerdem, ob, wie oft und zu welchem Stichtag rebalanciert wurde. Beim Portfolio aus 50 Prozent Bitcoin und 50 Prozent kombiniertem Baustein lag die kumulierte Wertentwicklung mit jährlichem Rebalancing zum Jahresende bei 91,4 Prozent, ohne Rebalancing bei 43,9 Prozent. Dieser Unterschied von 47,5 Prozentpunkten war mehr als doppelt so groß wie der Vorsprung gegenüber der verzinsten Halbierung von 22,2 Prozentpunkten. Je nach gewähltem Rebalancing-Monat lag die kumulierte Wertentwicklung zwischen 56,9 und 91,4 Prozent.

  1. Was geschieht genau dann, wenn das bestehende Portfolio verliert?

Durchschnittliche Korrelationen und Volatilitäten über lange Zeiträume sagen wenig darüber, ob Bausteine in einer Krise gemeinsam fallen. Lassen Sie sich die Ergebnisse einer Strategie in den schlechtesten Monaten Ihres bestehenden Depots zeigen, nicht nur ihre Durchschnittswerte.

  1. Woran hängt der historische Vorsprung?

Wirkt eine Strategie zugleich ertragreich und ruhig, lohnen zwei Fragen an den Anbieter. Ist die gezeigte Historie tatsächlich erzielt oder zurückgerechnet? Und welches Risiko trägt die Strategie für ihren Mehrertrag gegenüber dem Geldmarkt? Hinzu kommt eine eigene Gegenrechnung: Man senkt die Monatsrenditen der Strategie gleichmäßig so weit, dass sie über den Zeitraum nur so viel erzielt hätte wie eine Geldmarktanlage, und lässt ihre Schwankung unverändert. Bleibt dann wenig vom Renditevorsprung übrig, hängt er wesentlich vom hohen Ertragsniveau der Strategie ab. Die höhere Rendite allein belegt dann nicht, dass sie das Portfolio besser diversifiziert als eine Geldmarktanlage.

Die Zahlen beschreiben einen abgeschlossenen Zeitraum mit ausgewählten Einzelstrategien. Sie sind keine Prognose und keine Allokationsempfehlung. Die Fragen dagegen lassen sich an jede Beimischung stellen. Einige Vergleiche in Teil A waren nicht Teil der vorab festgelegten Untersuchungsanlage und sind nachträglich hinzugekommen: die Geldmarktreferenz, die Rechnungen ohne Rebalancing und mit anderen Stichtagen und die Schwelle der Tagesauswertung. Teil B kennzeichnet sie einzeln. Teil B enthält die vollständige Rechnung mit Untersuchungsanlage, allen Kennzahlen, der Ereignisprüfung, der Sensitivität zum Ertragsniveau, Kosten und Umsetzbarkeit, Datenfrequenz und drei methodischen Vertiefungen.

TEIL B · METHODIK UND NACHWEISE

Fragestellung und Anschluss an die Vorgängeruntersuchung

Die Vorgängeruntersuchung „Korrelation, Kovarianz und Ereignisrisiko“, der Fachbeitrag zum Portfoliothese-Newsletter „Was eine Korrelationszahl verschweigt“, hat untersucht, wie eine einzelne Beimischung die Volatilität eines Bitcoin-Portfolios verändert. Drei Bausteine mit Korrelationen zu Bitcoin zwischen −0,08 und +0,59 führten bei hälftiger Beimischung zu Portfoliovolatilitäten zwischen 27,0 und 28,4 Prozent, und eine schlichte Kassequote kam auf 27,1 Prozent. Der größte Teil der Risikoreduktion stammte aus dem Ersatz eines hochvolatilen durch einen niedrigvolatilen Baustein.

Offen blieben zwei Fragen. Wie wirken dieselben Beimischungen auf Rendite und Verlustpfad? Und was geschieht, wenn mehrere vermeintlich diversifizierende Ertragsquellen kombiniert werden? Anlass für die zweite Frage war der FTX-Monat, in dem der marktneutrale Digital-Asset-Index 4,6 Prozent und die DeFi-Income-Strategie 4,8 Prozent verloren, jeweils ein Vielfaches ihrer üblichen Monatsschwankung.

Die Hauptfrage dieser Untersuchung lautet deshalb: Verändert die Kombination mehrerer defensiver Ertragsquellen den Rendite- und Verlustpfad eines Digital-Asset-Portfolios anders als jede dieser Quellen einzeln, und tragen mehrere Strategien auch mehrere Risikofaktoren? Drei Arbeitshypothesen strukturieren die Auswertung. H1 erwartet, dass sich das Portfolio mit dem kombinierten Baustein auf der Volatilitätsebene kaum von den Einzelbeimischungen unterscheidet. Diese Erwartung ist weitgehend rechnerisch vorbestimmt und wird deshalb nur in einem Satz geprüft. H2 lässt offen, ob der kombinierte Baustein den Verlustpfad des defensiven Teils glättet. H3 formuliert, dass mehrere unterschiedlich konstruierte Bausteine in bestimmten Ereignissen durch dieselbe Risikoquelle belastet werden können.

Was vorab festgelegt war

Fragestellung, Bausteine, Portfolios, Kennzahlen, Ereignisse und Auswertungsregeln wurden in einem Design-Protokoll festgelegt und am 10. September 2026 eingefroren, bevor eine einzige Zahl gerechnet wurde, die nicht bereits aus der Vorgängeruntersuchung bekannt war. Das Protokoll durchlief vor dem Freeze drei Korrekturfassungen. Keine davon hat eine Schwelle oder Auswertungsregel in eine günstigere Richtung verschoben.

Jede Auswertung, die nicht im Protokoll steht, ist nachgelagert und im Text mit einem Sternchen oder ausdrücklich gekennzeichnet. Das betrifft den Vergleich mit einer hälftigen SOFR-Referenz, die Angaben zum höchsten Monatsendstand, die Gegenprobe des kombinierten Bausteins ohne Stablecoin-Beitrag, die Schwellen der Tagesauswertung, die Beobachtung zum März 2023, den Vergleich mit Kaufen und Halten ohne Rebalancing, die Rechnungen mit anderen Stichtagen sowie den Kosten-Break-even. Alle Abweichungen sind in einem datierten Änderungsjournal geführt; Einzelheiten zum Verfahren stehen im Abschnitt Zum Verfahren.

Nicht Teil der vorab festgelegten Punkte ist die Rebalancing-Konvention. Gerechnet wird mit jährlichem Rebalancing zum Jahresende. Weil der erste Stichtag auf den tiefsten Monatsendstand von Bitcoin fiel, ergibt das Jahresende für das Portfolio mit dem kombinierten Baustein und beide Halbierungen von allen zwölf möglichen Stichtagen die höchsten Gesamtrenditen; der Abschnitt Rebalancing und Stichtag weist aus, was das für die Ergebnisse bedeutet.

Daten, Portfolios und Referenzen

Untersucht werden dieselben fünf Bausteine wie in der Vorgängeruntersuchung: Bitcoin über die Galaxy Bitcoin Series, der Altcoin-Index über den S&P Cryptocurrency BDA Ex-MegaCap Index, der marktneutrale Digital-Asset-Index über den Galaxy VisionTrack Market Neutral Index sowie zwei anonymisierte Einzelstrategien für Stablecoin-Income und DeFi-Income. Das Fenster umfasst Januar 2022 bis Juni 2026, also 54 Monatsrenditen. Alle Renditen sind in US-Dollar gerechnet. Für einen Euro-Anleger ohne Währungssicherung kämen Wechselkurseffekte hinzu. Sie verändern alle Endwerte um denselben Faktor und lassen deren Rangfolge unverändert, können aber die Verlustpfade und damit den Max Drawdown in Euro verschieben.

Die beiden Income-Reihen sind keine Segmentbenchmarks. Sie wurden nach ihrer Eignung ausgewählt, die jeweilige Ertragslogik abzubilden, und nicht nach der Höhe ihrer Rendite. Ein Selection Bias lässt sich dennoch nicht ausschließen. Hinzu kommt ein Survivorship-Effekt: In Frage kamen nur Strategien, die den gesamten Zeitraum überstanden haben. Weil diese Untersuchung erstmals ihre Renditen prominent zeigt, bleibt es nicht beim Hinweis: Der Abschnitt Sensitivität zum Ertragsniveau rechnet durch, wie empfindlich die Ergebnisse auf ein niedrigeres Ertragsniveau reagieren. Die Auswahlbegründung selbst können Leser wegen der Anonymisierung nicht überprüfen. Der marktneutrale Digital-Asset-Index beruht auf Renditen, die teilnehmende Manager freiwillig beisteuern und die nicht unabhängig verifiziert werden; Melde- und Nachmeldeeffekte, sogenannter Backfill, sind bei solchen Indizes bekannt.

Der kombinierte Baustein besteht zu je einem Drittel aus Stablecoin-Income, DeFi-Income und marktneutralem Digital-Asset-Index. Das zentrale Untersuchungsportfolio besteht zu 50 Prozent aus Bitcoin und zu 50 Prozent aus dem kombinierten Baustein; es heißt im Folgenden Portfolio mit dem kombinierten Baustein. Daneben stehen die hälftigen Einzelbeimischungen aus der Vorgängeruntersuchung. Alle Portfolios und auch der kombinierte Baustein selbst werden einmal jährlich zum Jahresende auf ihre Ausgangsgewichte rebalanciert, in der Gegenrechnung zum 30. Juni entsprechend zu diesem Stichtag; zwischen den Stichtagen verändern sich die Gewichte mit den Kursen. Die Gewichte sind Vergleichsmaße und keine Allokationsempfehlung.

Zwei Referenzen ordnen die Ergebnisse ein. Die unverzinste Kasse mit null Prozent Rendite und Schwankung ist die mechanische Referenz aus der Vorgängeruntersuchung. Die SOFR-Referenz ist der aufgezinste Index des besicherten US-Übernachtsatzes der Federal Reserve Bank of New York; ihre Monatsrendite ist der Indexstand am Monatsende geteilt durch den am Ende des Vormonats, minus eins. Sie steht für eine idealisierte Geldmarktanlage ohne Kosten. Das Portfolio aus je 50 Prozent Bitcoin und SOFR-Referenz, im Folgenden verzinste Halbierung, ist nachgelagert.

Kennzahlen aller Reihen

Der beobachtete Max Drawdown ist über ein Fenster dieser Länge im Wesentlichen eine einzige realisierte Episode. Er beschreibt deshalb den beobachteten Pfad und keine Eigenschaft eines Bausteins, und er steht hier stets zusammen mit dem schlechtesten Monat und der Erholungsdauer.

Zu H1 genügt ein Satz: Das Portfolio mit dem kombinierten Baustein schwankte mit 28,0 Prozent im Jahr und liegt damit zwischen den defensiven Einzelbeimischungen mit 27,4 bis 28,7 Prozent und nahe der hälftigen Kasse mit 28,1 Prozent, die Erwartung ist bestätigt und trägt keinen eigenen Befund.

Der Vergleichsmaßstab

Gegenüber reinem Bitcoin steht das Portfolio mit dem kombinierten Baustein mit plus 91,4 statt plus 26,7 Prozent Wertentwicklung und einem um 33,6 Prozentpunkte niedrigeren Max Drawdown da. Wie viel davon dem kombinierten Baustein zuzurechnen ist, hängt vom Vergleichsmaßstab ab. Die unverzinste Halbierung kommt bereits auf −32,1 Prozent, die verzinste auf −31,3 Prozent. Beim Max Drawdown entsteht die Verbesserung also ganz überwiegend durch die kleinere Bitcoin-Position; das Portfolio mit dem kombinierten Baustein liegt nur knapp unter beiden Varianten der Halbierung.

Bei der Wertentwicklung gilt das ebenfalls, wenn auch weniger ausgeprägt. Die unverzinste Halbierung bringt gegenüber reinem Bitcoin 29,9 Prozentpunkte, die verzinste 42,4 Prozentpunkte. Die übrigen 22,2 Prozentpunkte trennen verzinste Halbierung und Portfolio mit dem kombinierten Baustein. Das sind Vergleichsdifferenzen zwischen definierten Portfolios und keine Zerlegung in Ursachen; warum sich der Verlustpfad eines Portfolios nicht einfach aus seinen Bestandteilen zusammensetzen lässt, erläutert die Vertiefung: Warum der Portfolio-Drawdown kein gewichtetes Mittel der Einzel-Drawdowns ist.

Bei der Erholung unterscheiden sich beide. Verzinste Halbierung und Portfolio mit dem kombinierten Baustein erreichten den tiefsten Stand ihres größten Rückgangs im Dezember 2022; die verzinste Halbierung brauchte von dort zehn Monate bis zum vorherigen Höchststand, das Portfolio mit dem kombinierten Baustein sechs. Dieser Höchststand lag allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten, bei der verzinsten Halbierung beim Startwert im Dezember 2021, beim Portfolio mit dem kombinierten Baustein im März 2022.

Die Tabelle zeigt einen zweiten Rückgang, den der Max Drawdown nicht erfasst, weil er prozentual kleiner ist als der Einbruch von 2022. Ab Sommer 2025 gaben alle Portfolios mit Bitcoin deutlich nach: reines Bitcoin um 49,4 Prozent vom höchsten Monatsendstand im Juli 2025, das Portfolio mit dem kombinierten Baustein um 24,5 Prozent vom höchsten Monatsendstand im September 2025, die beiden Halbierungen um 27,8 und 26,2 Prozent. Auch in dieser Phase unterscheiden sich die defensiven Beimischungen und die schlichten Halbierungen nur um wenige Prozentpunkte. Die Angaben zum höchsten Monatsendstand sind nachgelagert.

Erträge und Verluste weist dieser Beitrag durchgehend in Prozent aus, Unterschiede zwischen Portfolios in Prozentpunkten, jeweils auf eine Nachkommastelle gerundet. Unterschiede werden aus ungerundeten Werten gerechnet und können deshalb in der letzten Stelle von der Differenz der gerundeten Angaben abweichen. Beträge in Dollar hängen vom Anfangskapital und vom Vermögensstand ab und eignen sich deshalb nicht für den Vergleich.

Rebalancing und Stichtag

Nachgelagert ist der Vergleich mit Kaufen und Halten, also ohne Rebalancing zwischen Bitcoin und zweiter Hälfte. Auf diesem historischen Pfad hatte das Rebalancing erheblichen Einfluss auf die Wertentwicklung. Ohne Rebalancing hätte die verzinste Halbierung plus 23,3 statt plus 69,1 Prozent erreicht, das Portfolio mit dem kombinierten Baustein plus 43,9 statt plus 91,4 Prozent. Beide Halbierungen lägen dann unter reinem Bitcoin, die unverzinste mit plus 13,4 Prozent. Beim Max Drawdown ändert es wenig: Beim Portfolio mit dem kombinierten Baustein ist er mit 30,6 Prozent in beiden Fällen gleich, weil der größte Rückgang im ersten Jahr und damit vor dem ersten Stichtag lag; bei der verzinsten Halbierung läge er ohne Rebalancing mit 32,7 Prozent etwas höher. Auf den Abstand zwischen beiden wirkt das Rebalancing kaum: 22,2 Prozentpunkte mit und 20,6 Prozentpunkte ohne Rebalancing.

Ebenfalls nachgelagert ist die Frage, wie stark die Ergebnisse vom Stichtag abhängen. Mit jedem der zwölf Kalendermonate als Stichtag reicht die Wertentwicklung des Portfolios mit dem kombinierten Baustein von plus 56,9 Prozent bei Stichtag April bis plus 91,4 Prozent bei Stichtag Dezember, die der verzinsten Halbierung von plus 37,2 bis plus 69,1 Prozent. Die absoluten Wertentwicklungen hängen also stark an einer Portfoliokonvention, die nicht zur Ertragslogik der Strategien gehört. Die Vergleiche zwischen den Portfolios hängen daran kaum: Sein Vorsprung vor der verzinsten Halbierung liegt über alle zwölf Stichtage zwischen 19,7 und 23,1 Prozentpunkten, und sein Max Drawdown liegt bei jedem Stichtag weniger als einen Prozentpunkt neben dem der verzinsten Halbierung. Eine allgemeine Aussage über den Nutzen des Rebalancings folgt aus diesem einen Pfad nicht.

Die Tabelle stellt dem Jahresende den 30. Juni und den Verzicht auf Rebalancing gegenüber. Ohne Rebalancing liegen alle Portfolios mit defensiven Ertragsquellen deutlich niedriger; der Max Drawdown ist dagegen bei vier der sieben Portfolios identisch, weil ihr größter Rückgang im ersten Jahr und damit vor dem ersten Stichtag lag. Beim Portfolio mit dem Altcoin-Index lag der Pfad ohne Rebalancing mit minus 24,5 Prozent sogar deutlich besser. Der 30. Juni als Stichtag liegt bei allen Portfolios nahe dem Median der zwölf möglichen Stichtage, während das Jahresende bei allen Portfolios außer dem mit Altcoins zu den beiden günstigsten gehört. Am stärksten reagiert die Stablecoin-Beimischung. Die Strategie legte 2022 um 16,4 Prozent zu, während Bitcoin 64,2 Prozent verlor; beim Rebalancing zum Jahresende wurde gut ein Drittel der Stablecoin-Hälfte zum tiefsten Monatsendstand in Bitcoin umgeschichtet, das 2023 um 156 und 2024 um 121 Prozent stieg. So übertrifft das Portfolio mit plus 104,7 Prozent jeden seiner beiden Bestandteile für sich; ohne Rebalancing wären es plus 48,1 Prozent gewesen. Den Effekten des Rebalancings, auch der Wahl von Frequenz und Stichtag, wird sich eine der kommenden Ausgaben des Newsletters ausführlich widmen.

Der kombinierte Baustein

Der kombinierte Baustein umfasst die drei defensiven Ertragsquellen Stablecoin-Income, DeFi-Income und marktneutralen Digital-Asset-Index. Ihre Gewichte werden zu den jeweiligen jährlichen Rebalancing-Stichtagen auf je ein Drittel gesetzt. Für sich genommen erzielte er eine annualisierte Rendite von 11,2 Prozent bei einer Volatilität von 2,7 Prozent und einem Max Drawdown von 3,1 Prozent. Sein Max Drawdown lag damit unter dem der DeFi-Income-Strategie mit 6,9 Prozent und des marktneutralen Digital-Asset-Index mit 4,6 Prozent. Vom tiefsten Stand dieses Rückgangs erreichte er nach drei Monaten wieder den vorherigen Höchststand. Die Stablecoin-Income-Strategie verzeichnete auf Basis der Monatsendstände keinen Drawdown.

Der schlechteste Monat des kombinierten Bausteins war der November 2022 mit −2,7 Prozent. Stablecoin-Income lag in diesem Monat bei +0,9 Prozent, DeFi-Income bei −4,8 Prozent und der marktneutrale Digital-Asset-Index bei −4,6 Prozent; weil sich die Gewichte seit Jahresbeginn verschoben hatten, ist das Ergebnis kein exaktes Drittelmittel. Zu H2 lässt sich damit festhalten: Der kombinierte Baustein verlief glatter als zwei seiner drei Bestandteile einzeln. Im FTX-Monat lieferten jedoch zwei der drei Ertragsquellen gleichzeitig deutlich negative Beiträge, und allein Stablecoin-Income wirkte stabilisierend.

Eine nachgelagerte Gegenprobe ersetzt im kombinierten Baustein die Stablecoin-Income-Strategie durch unverzinste Kasse und lässt die Drittelgewichtung zu den Stichtagen unverändert. Der Max Drawdown dieser Variante des Bausteins liegt bei 3,9 Prozent statt 3,1 Prozent. Die Rechnung vergleicht zwei konkret definierte Bausteine. Sie zerlegt den Drawdown nicht in einen Gewichtungs- und einen Diversifikationseffekt, und sie ist nur so zu lesen; die Begründung steht in der Vertiefung: Warum der Portfolio-Drawdown kein gewichtetes Mittel der Einzel-Drawdowns ist.

Die Ereignisprüfung

Für H3, die Frage, ob unterschiedlich konstruierte Bausteine in einer Krise durch dieselbe Risikoquelle belastet werden, war eine Prüfung in zwei Stufen festgelegt.

Stufe 1 prüft, ob mehrere Bausteine im selben Ereignismonat auffällig hohe Verluste erlitten. Dafür müssen mindestens zwei unterschiedlich konstruierte Bausteine jeweils mehr als das Doppelte ihrer eigenen Monatsvolatilität verlieren, also der üblichen Schwankung ihrer Monatsrenditen über den gesamten Untersuchungszeitraum.

Stufe 2 prüft anschließend, ob die Verluste der betroffenen Bausteine zu der vorab festgehaltenen Risikoquelle des Ereignisses passen, bei FTX etwa zu Börsen-, Gegenpartei- und Marktstrukturrisiken.

Geprüft werden nur die fünf Einzelbausteine. Der kombinierte Baustein wird nicht zusätzlich gezählt, weil er bereits untersuchte Ertragsquellen zusammenfasst. Seine Verluste wären deshalb keine unabhängige zusätzliche Beobachtung.

Neben FTX gehören zwei weitere Krisen zur Ereignisprüfung. Bei Terra/Luna war TerraUSD (UST) ein algorithmischer Stablecoin; im Mai 2022 kollabierten UST, der zugehörige LUNA-Token und weite Teile des Terra-Ökosystems. Beim USDC-Depeg im März 2023 verlor der Stablecoin USDC kurzzeitig seine Dollarbindung, weil ein Teil der Reserven bei der Silicon Valley Bank lag.

Für jedes Ereignis wurde vorab festgehalten, welche Risikoquelle die Bausteine belasten könnte und welche Bausteine deshalb betroffen sein sollten. Bei Terra/Luna waren das Protokoll- und Mechanismusrisiken; betroffen sein sollten Strategien mit Engagement in algorithmischen Mechanismen oder darauf aufbauenden Ökosystemen, dazu breit die Altcoins. Bei FTX waren es Börsen-, Gegenpartei- und Marktstrukturrisiken. Betroffen sein sollten Strategien, deren Verwahrung, Handel oder Finanzierung über zentrale Gegenparteien läuft. Erwartet wurde eine Belastung, die über die Wirkung der allgemeinen Marktbewegung hinausgeht. Beim USDC-Depeg waren es die Reserve- und Bankrisiken eines Stablecoins; betroffen sein sollten Strategien, deren Erträge an eine Dollarbindung oder an Reserven bei Banken gekoppelt sind. Weil der Depeg nur wenige Tage dauerte, kann die zwischenzeitliche Belastung in den Monatsendwerten verborgen bleiben.

Nur bei FTX überschritten mindestens zwei unterschiedlich konstruierte Bausteine die Verlustschwelle von Stufe 1. DeFi-Income und der marktneutrale Digital-Asset-Index verloren damals jeweils mehr als das Doppelte ihrer Monatsvolatilität. Bei Terra/Luna überschritt allein der Altcoin-Index diese Schwelle, beim USDC-Depeg kein Baustein.

Daraus folgt nicht, dass die Bausteine in diesen beiden Krisen unterschiedlichen Risikoquellen ausgesetzt waren. Die Prüfung stellte dort lediglich keine gemeinsame Belastung fest, die die festgelegte Schwelle erfüllte.

Der FTX-Monat war bereits aus der vorigen Untersuchung bekannt. Die Verlustschwelle wurde in Kenntnis dieses Falls festgelegt und an ihm ausgerichtet. Dass im FTX-Monat mindestens zwei Bausteine die Verlustschwelle überschritten, ist deshalb keine unabhängige Bestätigung der Prüfregel.

Auch Stufe 2 blieb bei FTX offen. Sie verlangt, dass die Verluste zu den vorab festgehaltenen Börsen-, Gegenpartei- und Marktstrukturrisiken passen. Aus den Renditereihen allein lässt sich das nicht feststellen. Dafür wären Angaben zu den damaligen Positionen sowie zu den genutzten Handelsplätzen, Verwahrstellen und Finanzierungspartnern erforderlich. Für die Strategien im marktneutralen Index liegen solche Angaben nicht ausreichend vor. Beim Manager der DeFi-Income-Strategie wurden sie nicht angefragt. Ob die Verluste zu den erwarteten Risikoquellen passen, bleibt deshalb ungeprüft.

Nach der vorab festgelegten Regel bleibt das Ergebnis unentschieden. Die Prüfung liefert über den bereits bekannten FTX-Fall hinaus keine zusätzliche Bestätigung gemeinsamer Risikofaktoren. Sie schließt solche Risikofaktoren aber auch nicht aus.

Für eine unabhängige Bestätigung standen nur Terra/Luna und der USDC-Depeg zur Verfügung. FTX darf dafür nicht als drittes Ereignis gezählt werden. Diese Einschränkung war bereits im Protokoll festgehalten: Im günstigsten Fall hätte sich eine auffällige gemeinsame Belastung in beiden weiteren Ereignissen gezeigt und jeweils den erwarteten Risikoquellen zuordnen lassen.

Sensitivität zum Ertragsniveau

Die Rechnung beantwortet eine praktische Frage: Wie viel vom historischen Renditevorsprung der Portfolios mit den beiden Income-Strategien bliebe übrig, wenn diese Strategien weniger erwirtschaftet hätten?

Beide erzielten im Untersuchungszeitraum deutlich mehr als der Geldmarkt. Die Stablecoin-Income-Strategie kam auf 12,4 Prozent im Jahr gegenüber 4,1 Prozent der SOFR-Referenz, ein Aufschlag von 8,3 Prozentpunkten. Bei der DeFi-Income-Strategie betrug der Aufschlag 5,6 Prozentpunkte. Beide sind ausgewählte Einzelstrategien. Andere Strategien desselben Typs könnten weniger erwirtschaften, und offen ist auch, ob die untersuchten Strategien ihre hohen Aufschläge künftig halten können.

Die Untersuchung rechnet dafür zwei Varianten. In der ersten ist der annualisierte Aufschlag beider Income-Strategien gegenüber der SOFR-Referenz über den gesamten Zeitraum halbiert, in der zweiten liegt er bei null. Anschließend werden der kombinierte Baustein und die Portfolios mit 50 Prozent Bitcoin neu berechnet.

Dazu wird jede Monatsrendite einer Strategie um einen festen Betrag gesenkt. Für jede Strategie wird ein eigener Abzugsbetrag bestimmt, der in allen Monaten gleich bleibt. Die Schwankung der Monatsrenditen und ihr zeitliches Muster, also auch ihre Abhängigkeit vom Vormonat, bleiben unverändert.

Die Rechnung prüft damit die Abhängigkeit vom Ertragsniveau. Einen Auswahleffekt weist sie nicht nach. Sie isoliert auch nicht den Beitrag der Diversifikation und bildet kein Stressszenario ab. Eine mögliche Glättung der Renditen wird nicht korrigiert, und auch die neu berechneten Verlustverläufe unterliegen den Einschränkungen der ursprünglichen Daten.

Verändert werden ausschließlich die beiden ausgewählten Income-Strategien. Die Rechnung war vorab auf diese beiden Einzelstrategien begrenzt. Der marktneutrale Digital-Asset-Index bündelt dagegen zahlreiche Strategien; seine Daten- und Auswahlprobleme werden mit dieser Rechnung nicht untersucht. Sein Aufschlag von 6,9 Prozentpunkten gegenüber der SOFR-Referenz kann durch freiwillige Managermeldungen, nachträglich ergänzte Renditedaten und Survivorship überzeichnet sein. Sein historischer Mehrertrag bleibt in beiden Varianten enthalten und stützt damit das Ergebnis des kombinierten Bausteins. Wie empfindlich der verbleibende Renditevorsprung auf Abzüge beim Index reagiert, zeigt die Vertiefung „Wie empfindlich der Vorsprung auf Abzüge beim Index reagiert“: Nachdem die Aufschläge der beiden Income-Strategien neutralisiert wurden, genügt in der dort verwendeten Rechnung ein als Jahressatz ausgewiesener Abzug von 3,7 Prozent beim Index, um den Renditevorsprung des Portfolios mit dem kombinierten Baustein gegenüber der verzinsten Halbierung aufzuheben.

Die Einzelheiten stehen in der Vertiefung: Die Sensitivitätsrechnung im Detail.

Der jährliche Aufschlag des kombinierten Bausteins gegenüber der SOFR-Referenz sinkt von 7,1 über 4,7 auf 2,4 Prozentpunkte. Gemessen an der nachgelagerten verzinsten Halbierung schrumpft der jährliche Renditevorsprung des Portfolios mit dem kombinierten Baustein von 3,1 über 1,9 auf 0,7 Prozentpunkte. Er verschwindet nicht ganz, sinkt unter dieser Sensitivität aber um 78 Prozent. Der verbleibende Aufschlag des kombinierten Bausteins stammt nahezu vollständig aus dem marktneutralen Digital-Asset-Index, dessen Aufschlag von 6,9 Prozentpunkten nicht neutralisiert wird und zu einem Drittel eingeht.

Der Verlustpfad des Portfolios mit dem kombinierten Baustein reagiert wenig. Der Max Drawdown bewegt sich von −30,6 über −31,6 auf −32,5 Prozent, der schlechteste Monat von −14,7 über −14,9 auf −15,1 Prozent; die Erholung dauert beobachtet sechs, in beiden Varianten zehn Monate.

Der vorab festgelegte Vergleich mit den Einzelbeimischungen ergibt in allen drei Varianten dasselbe Muster: Das Portfolio mit dem kombinierten Baustein liegt bei Rendite und Max Drawdown zwischen den Einzelbeimischungen. Nach der Neutralisierung erzielt die Beimischung des marktneutralen Digital-Asset-Index mit 14,8 Prozent die höchste Rendite, weil dessen Aufschlag nicht neutralisiert wird, und die Beimischung von Stablecoin-Income den niedrigsten Max Drawdown mit −29,0 Prozent. Es erzielt in keiner Variante zugleich die höchste Rendite und den niedrigsten Max Drawdown. In den beobachteten Reihen und bei halbem Aufschlag ist die Stablecoin-Beimischung ihr in beiden Größen überlegen; bei neutralisiertem Aufschlag gilt das für keine Einzelbeimischung mehr. Ob das Verhältnis beider Größen bei ihm vorteilhaft ist, hängt vom Vergleichsmaßstab und von den Anlagezielen ab, und eine rückblickend gut gewählte Einzelbeimischung setzt eine Auswahl voraus, die man vorab nicht kennt. Konstruktiv gegeben ist die geringere Gewichtskonzentration auf eine einzelne Strategie. Nicht nachgewiesen ist, dass damit auch die Abhängigkeit von gemeinsamen Risikofaktoren sinkt.

Kosten und Umsetzbarkeit

Die Renditen werden auf unterschiedlicher Kostenbasis verglichen. Bei den beiden Income-Strategien sind Gebühren bereits abgezogen. Die Indexreihen enthalten dagegen keine Kosten für den Zugang über ein konkretes Anlageprodukt. Gegenüber Beimischungen über einen Index erscheinen die Income-Strategien dadurch eher zu ungünstig, der Index eher zu günstig.

Das betrifft auch das Portfolio mit dem kombinierten Baustein: Gemessen an den Zielgewichten entfällt ein Sechstel des Portfolios auf den marktneutralen Digital-Asset-Index. Die Kosten einer entsprechenden Anlage würden seinen Renditebeitrag verringern. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt vom Ertrag der Income-Strategien ab; eine rechnerische Belastungsprobe dazu enthält die Vertiefung „Wie empfindlich der Vorsprung auf Abzüge beim Index reagiert“. Auch bei Bitcoin und einer Geldmarktanlage können Umsetzungskosten anfallen.

Da die Untersuchung keine konkreten Anlageprodukte vergleicht, lässt sich der Renditevorsprung nach sämtlichen Umsetzungskosten nicht bestimmen. Die Ergebnisse belegen deshalb nicht, dass sich die dargestellten Renditen mit verfügbaren Produkten tatsächlich erzielen lassen.

Was Monatsdaten nicht zeigen

Monatswerte können den Max Drawdown nur unterschätzen, denn jeder Monatsendstand ist auch ein Tagesstand. Das gilt für alle Reihen dieser Untersuchung, auch für Bitcoin.

Für die beiden Income-Strategien, den marktneutralen Digital-Asset-Index und die verwendete Bitcoin-Reihe liegen nur Monatswerte vor. Für den Altcoin-Index und den S&P Cryptocurrency Broad Digital Asset Index, einen breiten Index für Kryptowährungen, gibt es Tagesschlussstände; die Tagesreihe des Altcoin-Index reproduziert alle 55 Monatsendwerte exakt. Die vorab festgelegte Diagnose vergleicht den Max Drawdown auf Tages- und Monatsbasis. Beim Altcoin-Index liegt er auf Tagesbasis bei −81,4 Prozent, auf Monatsbasis bei −79,3 Prozent. Die Größenordnung ist damit robust, der Verlauf nicht: Auf Tagesbasis reicht der Rückgang vom 4. Januar 2022 bis zum 11. September 2023, auf Monatsbasis vom 31. Dezember 2021 bis zum 30. Dezember 2022.

Die Monatsbetrachtung mit nachgelagert gewählten Schwellen zeigt, was ein Monatsabschluss verdeckt. In 36 der 54 Monate lag der Altcoin-Index zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent unter dem Vormonatsende, in 25 Monaten mehr als zehn Prozent. Zehn der 36 Monate schlossen trotzdem positiv, von den 25 noch drei. Den größten zwischenzeitlichen Rückgang unter den positiv geschlossenen Monaten gab es im April 2025 mit −12,8 Prozent bei einem Monatsschluss von +5,6 Prozent.

Nachgelagert ist auch eine Beobachtung zum März 2023. Der S&P Cryptocurrency Broad Digital Asset Index schloss am 9. März 14,4 Prozent unter dem Februar-Ultimo, im Ausverkauf vor der Schließung der Silicon Valley Bank. Der USDC-Depeg fiel auf das Wochenende vom 11. und 12. März. Die verwendete Tagesreihe führt nur Werktagsschlussstände, und am Montag, dem 13. März, stand der Index bereits 1,7 Prozent über dem Februar-Ultimo. Der Depeg liegt damit zwischen zwei Datenpunkten. Diese Grenze gehört zur Kalenderabdeckung der verwendeten Reihe; Tagesdaten mit Wochenendwerten könnten ein solches Ereignis erfassen.

Daraus lässt sich nicht ableiten, wie sich die glatten Reihen innerhalb eines Monats verhalten haben. Festhalten lässt sich nur, dass gerade dort, wo sprunghafte Risiken am wichtigsten wären, die Beobachtung fehlt.

Ergebnis und Grenzen

H1 ist als Erwartung bestätigt. Zu H2 verlief der kombinierte Baustein glatter als zwei seiner drei Bestandteile, im Stressmonat verloren aber zwei davon gleichzeitig. H3 bleibt unentschieden. Der Vergleichsmaßstab entscheidet über die Deutung: Gegenüber reinem Bitcoin wirkt das Portfolio mit dem kombinierten Baustein stark, gegenüber einer Halbierung bleibt beim Max Drawdown wenig. Bei der Wertentwicklung bleibt ein Vorsprung, der deutlich auf das Ertragsniveau zweier ausgewählter Strategien reagiert: Unter der Sensitivität sinkt der annualisierte Renditevorsprung gegenüber der verzinsten Halbierung um 78 Prozent. Die absoluten Wertentwicklungen hängen zudem stark am Stichtag des Rebalancings, die Vergleiche zwischen den Portfolios kaum.

Die Grenzen sind die der Daten. Die ausgewiesenen maximalen Drawdowns werden überwiegend von der Verlustphase 2022 geprägt, und der Rückgang ab Sommer 2025 war am Fensterende nicht abgeschlossen. Jeder Drawdown ist eine einzelne Beobachtung und keine Schätzung einer Eigenschaft. Die Income-Reihen sind ausgewählte Einzelstrategien, der marktneutrale Digital-Asset-Index beruht auf freiwilligen Meldungen, und die Monatsfrequenz verdeckt Pfade innerhalb des Monats. Die Rechnungen beantworten eine Risiko- und Ertragsfrage über einen abgeschlossenen Zeitraum. Sie gelten für die Digital-Asset-Quote für sich. Ihre Wirkung auf das Gesamtdepot hängt von deren Gewicht und vom Zusammenspiel mit den übrigen Anlagen ab. Sie sind keine Modellallokation und berücksichtigen weder Umsetzbarkeit noch Liquidität oder Zugang zu den Strategien, auch nicht Transaktionskosten und Steuern des Rebalancings.

Vertiefung: Warum der Portfolio-Drawdown kein gewichtetes Mittel der Einzel-Drawdowns ist

Die Varianz eines Portfolios ist eine quadratische Form aus Gewichten, Varianzen und Kovarianzen. Sie lässt sich exakt in Beiträge zerlegen, wie die Vorgängeruntersuchung gezeigt hat. Der Max Drawdown ist dagegen eine Eigenschaft des Pfades: der größte Rückgang von einem Höchststand zu einem späteren Tiefststand. Er hängt von der Reihenfolge der Renditen, vom Zinseszins, vom Rebalancing auf die Ausgangsgewichte und davon ab, auf welchen Höchststand sich ein Rückgang bezieht.

Ein Beispiel zeigt die Folge. Die hälftig gewichtete Summe der Max Drawdowns von Bitcoin und kombiniertem Baustein ergäbe 33,7 Prozent. Der tatsächliche Max Drawdown des Portfolios mit dem kombinierten Baustein beträgt 30,6 Prozent. Beide Bestandteile erreichen den tiefsten Stand ihres größten Rückgangs im Dezember 2022, ihre Verluste beziehen sich aber auf unterschiedliche Höchststände: Bitcoin auf Dezember 2021, der kombinierte Baustein auf Oktober 2022, das Portfolio mit dem kombinierten Baustein auf März 2022. Hinzu kommt, dass sich die Gewichte zwischen den Stichtagen des Rebalancings mit den Kursen verschieben. Der Drawdown eines Portfolios muss deshalb aus seinem gemeinsamen Vermögenspfad berechnet werden. Das Beispiel widerlegt die einfache Mittelung; es schließt nicht jede denkbare Zuordnung von Drawdown-Beiträgen aus.

Deshalb arbeitet diese Untersuchung mit Vergleichsdifferenzen zwischen konkret definierten Portfolios. Jede solche Differenz beantwortet eine bestimmte Frage, etwa was sich ändert, wenn die zweite Hälfte verzinst statt unverzinst gehalten wird. Ihre Summe ergibt keinen Satz von Ursachen, und eine andere Reihenfolge der Vergleiche würde andere Differenzen liefern.

Vertiefung: Die Sensitivitätsrechnung im Detail

Der Aufschlag einer Reihe ist die Differenz ihrer geometrisch annualisierten Rendite zu der der SOFR-Referenz über dasselbe Fenster. Das annualisierte arithmetische Mittel der Monatsdifferenzen wäre eine andere Größe. Beide fallen merklich auseinander: bei der Stablecoin-Income-Strategie 8,3 gegenüber 7,8 Prozentpunkten, bei der DeFi-Income-Strategie 5,6 gegenüber 5,4 Prozentpunkten.

Für die Hauptsensitivität wird von jeder Monatsrendite einer Income-Reihe derselbe Betrag abgezogen, numerisch so bestimmt, dass die geometrisch annualisierte Rendite der verschobenen Reihe der SOFR-Referenz entspricht. Bei der Stablecoin-Income-Strategie sind das 0,65 Prozentpunkte je Monat, bei der DeFi-Income-Strategie 0,44 Prozentpunkte. Für die Zwischenstufe halbiert der Abzug den Aufschlag; er beträgt 0,32 und 0,22 Prozentpunkte je Monat.

Eine konstante Verschiebung lässt Varianz und Autokorrelation der Monatsrenditen unverändert. Die Ereignismonate verschieben sich um denselben Betrag. Sie künstlich festzuhalten wäre mit der Erhaltung von Varianz und Autokorrelation nicht vereinbar. Die Ereignisprüfung läuft deshalb ausschließlich auf den beobachteten Originalreihen; Sensitivität und Ereignisanalyse werden nicht übereinandergelegt.

Vertiefung: Wie empfindlich der Vorsprung auf Abzüge beim Index reagiert

Die folgende Rechnung ist nachträglich hinzugekommen. Sie prüft, wie empfindlich der Renditevorsprung des Portfolios mit dem kombinierten Baustein gegenüber der verzinsten Halbierung auf zusätzliche Abzüge bei der marktneutralen Komponente reagiert. Dafür wird ausschließlich deren Monatsrendite um einen gleichbleibenden Betrag gesenkt, bis der Vorsprung verschwindet.

Bei den historischen Erträgen der Income-Strategien liegt diese Schwelle, als Jahressatz ausgewiesen, bei 17,9 Prozent. Bei halbiertem Aufschlag der Income-Strategien sind es 10,5 Prozent, bei vollständig neutralisiertem Aufschlag 3,7 Prozent. Angegeben ist jeweils das Zwölffache des monatlichen Abzugs; es handelt sich nicht um einen mit Zinseszins berechneten jährlichen Renditeverlust.

Diese Werte sind rechnerische Schwellen und keine Schätzungen tatsächlicher Produktkosten; tatsächliche Gebühren können anders wirken als ein gleichbleibender Abzug. Sie zeigen: Je geringer die Ertragsaufschläge der Income-Strategien, desto empfindlicher reagiert der verbleibende Vorsprung auf zusätzliche Abzüge bei der marktneutralen Komponente, etwa durch die Kosten eines Zugangs. Ob der Index überhaupt investierbar ist, beantworten sie nicht.

Zum Verfahren

Das Änderungsjournal wurde nicht laufend, sondern ab dem 24. September 2026 geführt; die früheren Einträge sind rekonstruiert. Eine vorab festgelegte Rechnung wurde verspätet ausgeführt: Der Vergleich zwischen dem Portfolio mit dem kombinierten Baustein und den Einzelbeimischungen unter der Sensitivität entstand erst nach der Fertigstellung des Newslettertextes. Sein Ergebnis ändert keine Aussage des Newsletters. Der Vergleich mit Kaufen und Halten ist auf einen Prüferhinweis hin nachgelagert entstanden.

Datenbasis, Verifikation und Hinweise

Bitcoin: Galaxy Bitcoin Series. Altcoin-Index: S&P Cryptocurrency BDA Ex-MegaCap Index. Marktneutraler Digital-Asset-Index: Galaxy VisionTrack Market Neutral Index. SOFR-Referenz: SOFR-Index der Federal Reserve Bank of New York. Tagesdaten: S&P Cryptocurrency BDA Ex-MegaCap Index und S&P Cryptocurrency Broad Digital Asset Index, Tagesschlussstände an Werktagen. Stablecoin-Income und DeFi-Income: zwei anonymisierte Einzelstrategien mit monatlichen Nettohistorien nach Gebühren.

Alle Kennzahlen sind aus den ungerundeten Reihen berechnet und in einem vom Analyse-Master getrennten Verifikationsblatt nachgerechnet. Gerundet wird nur für die Darstellung, eine Rückrechnung aus Tabellenwerten kann in der letzten Stelle abweichen.


Boris Jurczyk ist Gründer von 21Nexus Capital und damit wirtschaftlich mit dem Thema digitale Assets verbunden. 21Nexus Capital ist als Berater eines Fonds tätig, der unter anderem in Stablecoin-Income-, DeFi-Income- und Altcoin-Strategien investiert. Zu den beiden Fondsgesellschaften hinter den anonymisierten Income-Strategien bestehen derzeit keine geschäftlichen Verbindungen; insbesondere ist 21Nexus dort nicht investiert.

Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten oder Kryptowerten dar. Kryptowerte unterliegen erheblichen Kursschwankungen; ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum Januar 2022 bis Juni 2026. Die vergangene Wertentwicklung ist keine Indikation für die zukünftige Wertentwicklung.

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