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Streuung ist noch keine Diversifikation - Was das Verhalten großer Token an Bitcoin-Verlusttagen über ihren Diversifikationsbeitrag verrät

21Nexus

06.10.2026 · 10:10 Uhr

Im jüngsten Q3-Rückblick zeigte eine Grafik eine Renditespanne von minus 3 bis plus 260 Prozent unter den zehn größten Kryptowerten. Das sieht nach Diversifikation aus. Es zeigt zunächst aber nur, dass die Ergebnisse unterschiedlich waren. Ob sich auch die Risiken unterscheiden, entscheidet sich nicht in einem guten Quartal.

1. Renditen sind ein Ergebnis, Diversifikation ist eine Eigenschaft

Ein Portfolio wird nicht dadurch diversifiziert, dass seine Bestandteile unterschiedlich stark steigen. Entscheidend ist, ob sie sich in verschiedenen Marktphasen tatsächlich unterschiedlich verhalten, vor allem wenn der Markt fällt. Innerhalb des Kryptomarktes lautet die Frage deshalb: Wie verhalten sich große Token, wenn Bitcoin nachgibt?

2. Der Test: Wie reagieren große Token auf Bitcoin-Verlusttage?

Wir haben dazu die acht größten Kryptowerte ohne Stablecoins zum 1. Oktober 2024 betrachtet: Bitcoin, Ethereum, BNB, Solana, XRP, Dogecoin, Toncoin und TRON. Das Universum haben wir bewusst zu Beginn des Zeitraums festgelegt, um nicht im Nachhinein Gewinner auszuwählen. Untersucht wurden die Tagesrenditen der folgenden 24 Monate gegenüber Bitcoin. Deshalb betrachten wir getrennt, wie stark die Token an positiven und an negativen Bitcoin-Tagen auf Bitcoin reagieren.

Ethereum, Solana, XRP und Dogecoin fallen an Bitcoin-Verlusttagen im Durchschnitt stärker als Bitcoin selbst: Sie verlieren zwischen 2,0 und 2,6 Prozent, Bitcoin 1,6 Prozent. An den schlechtesten zehn Prozent der Bitcoin-Tage sind es 5,4 bis 6,4 Prozent gegenüber 4,0 Prozent bei Bitcoin. Die Downside-Betas liegen zwischen 1,39 und 1,50, und an vier von fünf Bitcoin-Verlusttagen fällt auch der jeweilige Token.

BNB und TRON verhalten sich anders. An Bitcoin-Verlusttagen fallen sie im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt weniger stark: BNB um 1,3 Prozent, TRON um 0,3 Prozent, gegenüber 1,6 Prozent bei Bitcoin. Die Downside-Betas liegen bei 0,96 und 0,65. Ein Hedge gegen Bitcoin sind beide deshalb nicht: Auch sie verlieren im Durchschnitt. Die geringere Abwärtssensitivität geht zudem mit deutlich geringerer Aufwärtsbeteiligung einher, das Upside-Beta beträgt 0,52 bei BNB und 0,17 bei TRON.

Toncoin zeigt eine ungünstigere Asymmetrie. Das Upside-Beta liegt bei 0,51, das Downside-Beta bei 1,17: An Bitcoins Anstiegen partizipiert Toncoin deutlich schwächer, an Verlusttagen reagiert er dagegen mindestens ebenso stark. Zu berücksichtigen ist, dass Toncoin im Untersuchungszeitraum insgesamt stark an Wert verloren hat, was diese Asymmetrie mit erklären kann.

3. Was das für die Portfolioarbeit bedeutet

Die großen Digital Assets sind keine homogene Gruppe. Einige reagieren auf Bitcoin-Bewegungen deutlich stärker, andere schwächer, aber auch dort geht die geringere Sensitivität nach unten mit einer geringeren nach oben einher. Diversifikation innerhalb Digitaler Assets muss deshalb über mehr begründet werden als über unterschiedliche Token-Namen. Entscheidend sind unterschiedliche ökonomische Risikotreiber und Ertragsquellen. Liquidität und Umsetzbarkeit kommen als zusätzliche Portfoliofragen hinzu.

Das qualitative Muster zeigt sich auch in den 12- und 36-Monats-Fenstern weitgehend wieder, die statistische Evidenz einzelner Token dagegen nicht. Am robustesten ist der Befund für BNB und TRON. Betas sind Vergangenheitswerte und keine Prognose, und sie verändern sich mit der Marktphase.

 

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Quelle: 21Nexus. Für Inhalte Dritter übernehmen wir keine Haftung.

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